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Die 3 größten Fehler mit denen du den Akku deines Tesla Model S unbewusst schädigst und die selbst die Tesla-Mitarbeiter vergessen zu erwähnen

​Bei der richtigen Pflege halten die Akkus eines Tesla Model S überraschend viele hundert Tausend Kilometer... Diese 3 ​typischen Gewohnheiten musst du dabei aber möglichst vermeiden

​Gerade viele Neueinsteiger, oder Autofahrer die noch gerade überlegen, ob sie ein Elektroauto kaufen, haben davor Angst, dass der Akku, der größte Kostenfaktor eines Elektroautos, altert und schnell kaputt wird; so geht es natürlich auch den Fahrern eines Tesla Model S.

Bevor ich auf die 3 wichtigen Dinge eingehe, die du machen solltest, um den Akku zu schonen, möchte ich dir erst mal die Angst vor einer schnellen Akkualterung (die sogenannte Degeneration) nehmen, die du vielleicht von deinem Smartphone oder anderen Haushaltsgeräten kennst.

Der Akku ist mit einem Akku im Laptop oder Smartphone nicht zu vergleichen, im Elektroauto wird er gepflegt wie in einer Wellnessoase und erreicht somit Laufleistungen und Haltedauern, die ein normales Autoleben übersteigen können.

Für die Pflege ist das BMS (Batterie-Management-System) verantwortlich, dass die einzelnen Zellen ausbalanciert und zusätzliche Elemente wie die Heizung oder Kühlung des Akkus.

Das Ziel ist es, dass der Akku immer im besten Betriebsbereich genutzt wird und somit so wenig wie möglich altert.

Einen interessanten Artikel ​zur Akkuhaltbarkeit von Tesla Model S findest du bei Teslarati, allerdings in Englisch.

Allerdings gibt es Hersteller, die auf einzelne Elemente, sagen wir Pflegeanwendungen, um beim Beispiel Wellnessoase zu bleiben, verzichten, und dem Akku zum Beispiel kein Kühl- oder Heizsystem spendieren.

Das führt dann dazu, dass der Akku nicht nur schneller altert, sondern auch langsamer Laden oder Entladen kann.

Selbst bei namhaften Herstellern wie VW führt das dann zum Beispiel dazu, dass nach der 3. Schnellladung hintereinander via CCS, die Ladeleistung reduziert werden muss, weil der Akku die Wärme durch den Ladevorgang nicht mehr ausreichend abtransportieren kann.

​Diese 3 typischen Verhaltensweise stressen den Akku in deinem Tesla Model S

​Es gibt viele Mythen, Vermutungen und Ungenauigkeiten rund um die richtige Verwendung des Akkus im Tesla Model S.

Im Verkaufsgespräch wurde mir zum Beispiel gar nichts zum Akku gesagt sondern von der typischen Reichweite gesprochen, die ich mit dem von mir gekauften Tesla Model S75 erreichen kann.

Das sind in diesem Fall 379 Kilometer, auf der Autobahn bei einer Geschwindigkeit von 120 - 130 km/h im Sommer rund 300 Kilometer.

Erst bei der Übergabe wurde mir dann gesagt, dass ich den Akku möglichst im Bereich von 20%-80% SOC (State of Charge = Akkufüllstand) nutzen sollte.

Das ist in der Praxis eine deutliche Reduzierung der Reichweite, so komme ich zum Beispiel aktuell im Herbst mit rund 30% Akku, 100 Kilometer weit, also im optimalen Bereich nur 200 Kilometer.

Natürlich könne man jederzeit auch den Akku auf 100% laden oder unter 20% leer fahren, ergänzte der Teslamitarbeiter. Man solle das aber nur gelegentlich machen.

Da ich aber nicht der typische Pendler bin, der vielleicht 50 Kilometer pro Richtung pro Tag fährt und den Akku im Bereich um die 50% (das soll nach Gerüchten der optimale Bereich sein) bewegt, muss ich den Akku auf 80% bzw. 90% aufladen, um mit einem Ladestopp und möglichst schnell von Kiel nach Berlin zu kommen.

1. Typische Verhaltensweise: zu volles Laden des Model S

​Bei der Tesla - App für mein Smartphone kann ich den SOC-Stand angeben bis zu dem ich den Akku laden lassen will.

Für den Alltag lass ich ihn bis 80% laden und stelle dann den Schieberegler auf 50%. Durch den erstaunlich hohen Vampireffekt bei Tesla, verschwinden so gut 1% des Akkufüllstands pro Tag für die Verbindungen des Autos mit dem Teslaserver, meiner Trackingapp und für die Aufrufe via Smartphone-App.

​Wenn ich dann nach Berlin oder eine längere Strecke fahren will, lade ich bis 90% oder selten auf 100%. Denn wenn man auf 100% lädt, sollte man möglichst schnell nach der Vollladung losfahren, um den Akku nicht noch zusätzlich zu belasten.

Laut Tesla-App ist für einen normalen Tripp also das Laden bis 90% sinnvoll, im Verkauf wurden 80% genannt.

​2. Verhaltensweise: Leerfahrten auf den Punkt beim Model S oder X

​Unter Tesla-Fahrern gibt es den Sport, möglichst mit 0% oder 0 Kilometer Reichweite am nächsten Supercharger oder der Heimladestation anzukommen.

Bereits ab 20% SOC färbt sich die Anzeige für die typische Reichweite im Display orange und weist somit darauf hin, dass man in der "Reserve" fährt.

​Beim Model S75 sind 20% typische Reichweite 76-77 Kilometer.

Warum fahren viele Model S Fahrer gerne den Akku leer?

Zum einen ist es natürlich ein besonderer Nervenkitzel, wenn man mit 0% Reichweite beim Supercharger ankommt, zum anderen ist es so, dass je leerer der Akku ist, desto schneller dieser lädt. Das bedeutet, um eine schnelle Reisezeit zu haben, sollte man mit möglichst wenig Rest ankommen, weil dann der Akku besonders viel Energie aufnehmen kann.

Allerdings kehrt sich dieser Effekt um, wenn man wirklich den Akku leer gefahren hat und schon die Leistungsreduzierung des Antriebs aktiviert wurde. Dann braucht das Model S erst mal einige Zeit, um sich zu sortieren und die Energie dann wieder schnell aufzunehmen.

Mein Tipp: Fahre den Akku von deinem Tesla Model S oder X nicht unter 10% leer, das schont den Akku und deine Nerven

​3. Typische Verhaltensweise: Vollgasfahrten über die Autobahn

​Als Elektroautofahrer ist man gewöhnt, mit der Energie sparsam umzugeben, weil man deutlich weniger zur Verfügung hat als in einem Verbrenner. Vielen Langstreckenfahrer ist aus praktischer Erfahrung bewusst, dass der Luftwiderstand im Qudrat pro Geschwindigkeitszuwachs steigt und somit auch der Verbrauch.

Das bedeutet, je schneller du fährst, desto mehr Energie verbrauchst du.

Weil aber die Superchargerdichte von durchschnittlich guten 100 Kilometern ein dichtes Netz spannt und der Strom dort für viele kostenlos ist, nutzen dies einige für Vollgasfahrten aus.

Doch diese stressen den Akku, weil er in kurzer Zeit viel Energie abgeben muss.

Dadurch wird viel Wärme produziert, die wiederum von der Akkukühlung abtransportiert werden muss.

Das Model S oder X begrenzt bei zu langen Fahrten auch die Leistung, trotzdem sind hohe Geschwindigkeiten möglich.

Will man nach so einer Hochgeschwindigkeitsfahrt laden, muss man Geduld mitbringen, weil erst mal der Akku herunter gekühlt werden muss, bevor wieder Energie mit höherer Ladeleistung aufgenommen werden kann.

Profis fahren deswegen die letzten 10 Minuten vor dem Supercharger wieder entspannte 130 km/h, um den Akku zu kühlen und schnell laden zu können.

​Was kann dich erwarten, wenn du deinen Tesla Model S Akku nicht gut pflegst?


​Wenn du den Akku deines Tesla Model S oder X nicht gut pflegst und häufig die 3 genannten Stressfaktoren auslöst, kann der Akku überdurchschnittlich degenieren, also altern.

Das bedeutet, dass du mit der Zeit nicht mehr 100% des Akkus sondern weniger nutzen kannst.

Damit du ein Gefühl dafür bekommen kannst, was das heißt, lies dir mal den Blogbeitrag von Klaus-Olaf Zehle über den Reichweitenverlust durch Akkudegeneration nach 170.000 Kilometer durch.

Er hat jetzt nach so vielen Kilometern "nur" 15% weniger Reichweite, obwohl er bekennender Schnell- und Leerfahrer ist.

Wenn ich mir überlege, wie der Motor eines Verbrenners nach 170.000 Kilometern verschlissen sein kann, eine gute und vertretbare Einschränkung.

Insbesondere, da Tesla 8 Jahre und unbegrenzte Kilometer Garantie auf die Funktionsfähigkeit des Akkus gibt (Achtung, die Garantie gilt nicht wie bei anderen Herstellern für einen bestimmten SOC-Wert, der garantiert wird, z.B. 70%, sondern nur auf die Funktionsfähigkeit, also das der Akku funktioniert.) ist der Tesla für viele Jahre abgesichert.

Was sind deine Gedanken zur Akkualterung?

Hast du schon Erfahrungen gemacht oder Fragen?

Dann hinterlasse einen Komentar, ich freue mich darauf.

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